FDP Landtagsfraktion RLP zu Besuch bei Baldus Medizintechnik GmbH

URBAR. Am Donnerstag, den 28. Juni 2018, dem 3. Tag der FDP Sommertour standen weitere Unternehmensbesuch im Koblenzer Raum auf der Agenda. Nicht jede Firma erhält die Ehre eines Besuchs der gesamten liberalen Landtagsfraktion, weshalb das Familienunternehmen Baldus Medizintechnik mit dem Geschäftsführer Fabian Baldus mehr als stolz war, das Unternehmen mit seinen Mitarbeitern, die Firmenphilosophie sowie Produkte mit den neuesten Innovationen der FDP-Fraktion vorstellen zu dürfen.

Am frühen Nachmittag kamen die regierenden Politiker der FDP bei Sonnenschein auf dem Firmengelände in dem etwas außerhalb gelegene Gewerbegebiet „Auf dem Schafstall“ in Urbar an. Inhaber und Geschäftsführer Fabian Baldus mit den führenden Mitarbeitern des Unternehmens begrüßten die Delegation der FDP um Justizminister Herbert Mertin und Fraktionsvorsitzende Cornelia Willius-Senzer. Die Runde wurde durch weitere regionale Vertreter der FDP vergrößert. Susanne Rausch-Preißler, Vorsitzende des FDP Kreisverbandes Mayen-Koblenz mit ihrem aus Vallendar stammenden Vertreter Luca Lichtenthäler, der sogleich auch Vertreter der Julis in Rheinland-Pfalz sowie aus der Lokalpolitik die Stadt- und Verbandgemeinderat-Mitglieder Karin und Gerhard Gareis und Herbert Speyerer als FDP-Ratsmitglied aus Bendorf vervollständigten die Vorstellungsrunde.

Nach einer ersten kleinen Erfrischung folgte die Präsentation des Unternehmens Baldus Medizintechnik durch Fabian Baldus. Insgesamt 23 Personen nahmen im Besprechungsraum Platz. Die Firmengeschichte gestaltet sich recht spannend. Im Jahr 2007 stieg Fabian Baldus in die Firma mit damals 3 Mitarbeitern ein. Heute präsentiert sich das Unternehmen mit 25 Mitarbeitern und einem Umsatz, der sich versiebenfacht hat und weiterhin stetig weiterwächst.

Im Jahr 2008 wurde neben dem Hauptgeschäftsfeld „Medizintechnischen Gasversorgunganlagen“, welches sich derzeit auf über 60 Krankenhäuser und 450 ambulante OP-Zentren in Deutschland, Luxemburg, Österreich und Schweiz ausbreitet, ein weiteres Geschäftsfeld eröffnet, der Vertrieb von Lachgassedierungssystemen für Zahnmediziner. Bis 2016 wurden die Produkte des ehemaligen US-amerikanischen Marktführers vertrieben. Fabian Baldus hat seit Anbeginn versucht, die Amerikaner von seinen Verbesserungsvorschlägen und Optimierungsideen der Produkte zu überzeugen, erhielt aber leider immer wieder dieselbe Antwort: „Warum? In den USA läuft es doch!“. Die Antwort von Fabian Baldus war klar und konsequent: „Was interessiert es uns in Deutschland, ob es in den USA läuft!“. Aus diesem Grund entschloss sich Fabian Baldus gemeinsam mit seiner Frau Lisa Baldus eigene Lachgassedierungssysteme herzustellen. Damit begann eine hürdenreiche Phase der Forschung und Entwicklung im Unternehmen. Die ISO-Zertifizierung nach ISO 13485 wurde erweitert, eine technische Dokumentation erstellt und verschiedene Studien in Praxen, Kliniken und Prüflaboren durchgeführt. Folglich sind alle Medizinprodukte der Firma Baldus Medizintechnik klinisch geprüft. Beispielsweise wurden mikrobiologische Prüfungen mit entsprechenden Sterilisationsverfahren, eine Softwarevalidierung der Softwarearchitektur durchgeführt. Finanziert wurde das komplette Projekt Lachgassedierung aus dem Chashflow des Unternehmens. „Fast alles was wir verdient haben, habe ich in dieses Projekt investiert, weil ich einfach an den Erfolg glaube!“, so der Firmenchef Fabian Baldus. „Die Verwirklichung solcher Projekte zeigen mir wieder, dass es genau die richtige Entscheidung war, in das Familienunternehmen einzusteigen. Schattenseiten gibt es natürlich auch, so kämpfen wir täglich mit immer schärferen Regulierungen im Bereich des Medizinproduktegesetzes. Allein unsere Literaturrecherche weist eine unglaubliche Anzahl von über 274 Studien vor.“ Aber nicht nur von dieser Seite, auch von Seiten der VG-Verwaltung Vallendar und der Bürgermeisterin aus Urbar werden einem teils Steine in den Weg gelegt. „In der ganzen Verbandsgemeinde Vallendar haben private Haushalte eine schnelle Internetanbindung. Wir, als global agierendes Unternehmen, habe nur 3 Mbit/s, das für uns bis heute einfach nicht nachvollziehbar ist.“ Bei Erwähnung dieser Problematik staunten die Anwesenden nicht schlecht. „Besonders die FDP-Fraktion im Landtag, aber auch im Bundestag setzt sich für eine Digitalisierung Deutschlands ein, damit Unternehmen nicht weiter ausgebremst werden.“, so die Fraktionsvorsitzende Willius-Senzer. Auch Herrn Gareis aus dem Stadtrat Vallendar war dieser Missstand in diesem Ausmaß nicht bewusst und möchte diesen in der VG thematisieren. Des Weiteren erwähnte Fabian Baldus, dass der Ausbau des Standortes in Urbar, bei den zuständigen Bürgermeistern für Urbar nicht von Interesse zu sein scheint. 2014 wurde bereits Interesse an einem angrenzenden Grundstück zur Firmenerweiterung bekundet, da eine Vergrößerung des Unternehmens in den nächsten Jahren unumgänglich ist. Leider blieb der Erfolg bis heute aus, da zwischenzeitlich das Grundstück anderweitig veräußert wurde. Dieses engstirnige Verhalten der Verantwortlichen in der VG-Vallendar, war bei Minister und Abgeordneten nur mit einem Kopfschütteln zu kommentieren. „Somit stand unser Entschluss fest, wir verlassen schweren Herzens die VG-Vallendar und errichten unsren neuen Standort in Bendorf.“, erzählt Fabian Baldus weiter. Hierbei muss lobend der Einsatz des FDP-Ratsmitglieds Herr Speyerer erwähnt werden. Er informierte damals genau zum richtigen Moment Herr Baldus über das neue Gewerbegebiet in Bendorf. Der neue Standort „In der Langfuhr“ bietet eine modernste Infrastruktur und eine schnelle Anbindung an das Bundesstraßen- und Autobahnnetz. Dieses Konzept der Wirtschaftsförderung Bendorf haben Fabian Baldus gleich überzeugt.

Die Politiker informierten sich insbesondere über die Systeme der Lachgassedierung. Jeder kann sich natürlich mit dem Unwohlsein oder gar der Angst vorm Zahnarzt identifizieren. Entsprechend groß war das Interesse und viele Fragen zur Lachgassedierung durfte Herr Baldus beantworten: „Viele kennen Lachgas noch aus Ihrer Kindheit von damals, heute sind die Geräte von uns die übernächste Generation“. So besitzt die Firma Baldus seit letzter Woche ein US-Patent. „Mit dem Baldus Touch sind wir die erste Firma weltweit, die eine Lachgassedierung anbietet, die per Touchscreen gesteuert wird. Außerdem sind wir außerhalb der USA, das einzige Unternehmen, die ein komplettes System mit Doppelnasenmaske und Mischereinheit herstellen“. Die Firma Baldus verkauft seit einem Jahr die Geräte international und konnte dank der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsförderung an internationalen Dentalmessen in Dubai, Kopenhagen und London teilnehmen. „Unsere Geräte wurden innerhalb von einem Jahr in 25 Länder weltweit verkauft, vor allem in Australien läuft es richtig gut“, erzählt Fabian Baldus stolz.

Ein Themen-Mittelpunkt war die derzeitige Flüchtlingspolitik und die von Baldus Medizintechnik geleistete Immigrationsarbeit. Herr Baldus stellt im Gespräch mit den FDP Vertretern, einen seiner Mitarbeiter vor, der seit anderthalb Jahren volles Mitglied im Unternehmen ist. Das Besondere, er ist einer von drei Mitarbeitern, die als Flüchtlinge aus Syrien kamen. Die Vertreter der liberalen Politik klatschten Beifall, als sie von diesem sozialen Engagement hörten. Baldus Medizintechnik zeigt, dass mit etwas Geduld und der ein oder andere Sprachbarriere, Facharbeiter aus anderen Kulturen erfolgreich in ein deutsches Unternehmen integriert werden können.

Weitere Unternehmenseinblicke hat die FDP beim Rundgang durch die Räumlichkeiten von Baldus erhalten. Dabei hat sich die Möglichkeit ergeben mit Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen, die stolz über die eigenen Projekte und Arbeitsbereiche gesprochen haben. Ein reger Austausch hat auch mit Marco Weber, parlamentarischer Geschäftsführer und Fabian Baldus stattgefunden. Marco Weber, selbst Unternehmer aus der Eifel, stellte viele Fragen, gab gleichzeitig auch gute Tipps weiter.

Am Ende des Besuchs bedankte sich der Justizminister Mertin und die Fraktionsvorsitzende Willius-Senzer im Namen aller Abgeordneten für den herzlichen Empfang und die Vorstellung der Unternehmenstätigkeiten. Keiner hat zu Beginn damit gerechnet, dass hinter Baldus Medizintechnik ein traditionelles und gleichzeitig innovatives Unternehmen steckt, dass aus dem kleinen Ort bei Koblenz weltweit agiert.